Der Deutsche an sich hat eine Affinität, Wörter aus dem Englischen zu entnehmen und für seine Zwecke zu missbrauchen gebrauchen. Die meisten wissen mittlerweile, dass das “Handy”, also das englischklingende Wort für Mobiltelefon, gar nicht aus dem Englischen stammt.
Viele kennen auch die “Body Bags”.


Dieses Wort wird mittlerweile im Deutschen gelegentlich für Umhängetaschen bzw -beutel verwendet. Gut. Nur im Amerikanischen verbirgt sich hinter diesem Begriff der Leichensack. Den würde ich mir nicht so gerne umhängen wollen.
Zum Start der Europameisterschaft ist auch das “Public Viewing” wieder angesagt,

also das gemeinsame Fußballgucken meist unter freiem Himmel auf Großleinwänden. Aber warum sagt man es dann nicht auch so. Der Radiosender 1LIVE hat auf eine besondere Problematik aufmerksam gemacht und dazu aufgerufen ein neues deutsches Wort dafür zu finden. Dabei wurde dafür das Wort “Rudelgucken” gefunden. Das erfüllt doch ganz und gar seinen Zweck. Wenn nun einer vom “Rudelgucken” spricht, weiß jeder Bescheid. “Public viewing” steht nämlich im Englischen allgemein für das öffentliche Anschauen und wird gerne im Zusammenhang mit einer öffentlichen Aufbahrung verwendet.

Das wäre für den deutschen Fußball doch ein schlechtes Omen. Man sollte viel häufiger den Mut haben, englische Wörter durch deutsche zu ersetzen. Sicherlich gibt es Fachbegriffe, mit denen das nicht so einfach funktioniert und auch der sinnvolle Gebrauch fremdsprachiger Wörter belebt die Sprache und hat auch schon immer stattgefunden. Nur sollte dies nicht Überhand nehmen, denn viele fremdsprachige Wörter sind durch deutsche ersetzbar und man weiß eher, wovon das Gegenüber spricht. Darum:
Fröhliches Rudelgucken!