Archiv für April 2008

Anwaltsstation

Freitag, 18. April 2008

So, nun war ich auch schon die ersten Tage beim Anwalt. Bisher, so muss ich sagen, macht es ordentlich Spaß. Ich bekomme praktische Arbeiten, die über Kaffeekochen und kopieren hinausgehen und das ist auch hervorragend. Die Befürchtung meinerseits war, dass ich dort vielleicht am Anfang nur ältere Akten zum Einstieg bekomme, bei denen man sich erst mühsam einlesen muss. Aber nein, ganz im Gegenteil. Ich erhalte z.B. die frische Anfrage per Fax, was jemand in einer bestimmten Situation tun kann und muss dann ein Antwortschreiben entwerfen. Nicht nur ein rechtliches Gutachten erstellen, sondern eine konkrete, praktische Bearbeitung.

Aber ich merke auch, dass es sich beim Anwalt zu einem großen Teil um Fristen dreht. Während man in der Zivil- oder Strafstation auch für “aktuelle” Akten meist wenigstens eine Woche Zeit hatte, um diese zu bearbeiten, habe ich gestern eine Akte erhalten, zu der ich die Klageerwiderung bis Montag Mittag entwerfen soll. Das ist schon was anderes, aber eine Herausforderung. Dann will ich hier auch nicht lange schnacken und mich mal lieber an die Arbeit machen.

Einführungslehrgang

Montag, 7. April 2008

Langeweile hat einen Namen: “Einführungslehrgang für die Anwaltsstation”. Man gut, dass es auch hierfür eine Evaluation gibt. Dort werde ich meine Meinung noch einmal kundtun. Ich hoffe, sie kommt an. Sicherlich haben sich die meisten der Dozenten bisher Mühe gegeben, aber leider reicht das nicht. Der Einführungslehrgang ist hier gesplittet in zwei Teile. Vermutlich damit nicht zu viele “blau machen”, wobei der Krankenstand bei uns in der letzten Woche neue Höhen erreichte. Der zweite Teil kommt dann Ende des Monats.

Sicherlich bereitet der Einführungslehrgang nicht auf das Examen vor. Dann erwarte ich aber zumindest einen Einblick in die praktische Arbeit; ob für die Anwaltsstation oder das Leben danach. Das Spektrum reichte aber von plumper Werbeveranstaltung für die eigene Anwaltskanzlei und Fähigkeiten bis zur abgedrehten Spezialveranstaltung. Nur einer hat vor Beginn gefragt, was wir uns davon versprechen. Aber bei dem Anwalt stellte sich heraus, dass er sowieso zuvor ein brauchbares Konzept entworfen hatte, weshalb dies auch der beste Tag war.

Andererseits merkte man hier, wie lange sechs Stunden werden können. Dabei kann man bei anderen Veranstaltungen sicherlich viel in dieser Zeit mitnehmen, hier aber nicht. Privates Baurecht finde ich persönlich sehr interessant. Was das allerdings in einem Einführungslehrgang für die Anwaltsstation zu suchen hat, entzieht sich meiner Kenntnis. Zum Glück macht man das als Referendar nur einmal durch und ich hoffe, dass unsere Evaluationsbögen dazu beitragen, dass es für spätere Jahrgänge besser wird.